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Aktivitäten eines 70-jährigen Manisch-Depressiven

 

Welcher Normalmensch könnte im Alter von 70 nochmal so durchstarten? Das können nur manisch undf depressiv disponierte Querdenker!

 

 

Hallo, lieber M.,

 

gestern musste ich an dich denken, als ich das Video von der Fehl­leistung* der Polizei in meine Web­seite ein­ge­baut habe. Ich habe nicht einfach nur den Link, sondern das Video so  ein­ge­baut, dass man ein Bild sieht und das Video inner­halb meiner Web­seite abspielen kann.

 

Die Mög­lich­keit, der­artige Videos in meine Web­seite ein­zu­bauen, ver­danke ich deiner An­regung. Dafür "Danke", ob­wohl du auf diese Mög­lich­keit nicht hin­ge­wiesen hast. Das ist es, was ich unter <Zu­sammen­arbeit> um Sinne von <Brain­-Pool> in "Labyrinth?" – alter­native Therapie für manisch und depressiv dis­ponierte Menschen" gemeint habe. Ich betone noch­mal, dass ich genügend Poten­tial habe, aus dem sich was machen lässt. Ein fähiger Partner wäre will­kommen, und er (oder sie) würde seinen ge­rechten An­teil am großen Ganzen bekommen.

 

Im Moment sehe ich folgende Variante:

(1)

Produktion des Videos für Andreas = 1.000 Euro cash, mit der Mög­lich­keit weiterer Auf­träge.

(2)

Saison-Auftritt "künst­lerische Kinder­foto­grafie" auf dem Atelier­schiff am Frank­furter Museums­ufer. Ich hatte derartiges im letzten Jahr schon mal für die Ein­kaufs­meile "Zeil" an­ge­dacht, es dann aber ver­worfen, weil die Menschen dort zu sehr im Kauf­stress sind und man dort keine Mög­lichkeit hat, sanfte Hinter­gründe zu <er­zeugen>.

Ja, ich habe "erzeugen" ge­schrieben. Die Technik dessen, was ich "künst­lerische Kinder­foto­grafie" nenne, be­ruht darauf, dass ich einer langen Brenn­weite im Nah­bereich <arbeite> und damit Hinter­gründe kre-ieren kann. Auch in dieser Sache ist krea­tives manisches Poten­tial hilfreich - eine foto­grafische Arbeit abseits der Trampel­pfade und das zu einem sensa­tionellen Preis, - ich könnte einen guten Ver­käufer als Partner gebrauchen. Ich kann mir vor­stellen, dich anzu­lernen, so dass du es irgend­wann allein, oder mit einem weiteren Part­ner machen könntest. Was mich betrifft, sehr ich auch die Mög­lichkeit <im Sommer Deutsch­land, im Winter China>...

Das Schönste, was dich betrifft: Das könnte ein Job sein, an dem du Freude hast. Du liebst Kinder, kannst gut mit Kindern um­gehen und auch dein Talent <Kuchen­backen> könnte dort zum Tragen kommen, weil es auf dem Schiff eine Bewirt­schaftung von Kaffee und Kuchen in der Weise statt­findet, die man auch bei Schul­festen und auf Stadt­festen zu sehen bekommt: Stück Kuchen 1.50 bis 2.00, Tasse Kaffee 1 Euro.

(3)

Aktivierung des Verkaufs von "Labyrinth?". Was das betrifft, hat die Sache neues Leben bekommen. Ich weiß nun, warum der Verkauf derart ein­ge­brochen ist: Die pharma­zeutische Industrie schießt in dieser Sache mit Kanonen auf Spatzen, besser gesagt, auf einen Spatz, nämlich mich. Die Art und Weise, wie die mich aus dem von mir ge­schaffenen Forum heraus ge­drängt haben, ist schon eine Betrachtung wert.

Aber die Geschichte des Kampfes von David und Goliath ist auch eine Be­trachtung wert. Ich bin sicher, dass es sie gibt, die Lücke, mit der der kleine Wolfgang den großen Pharma­-Riesen be­siegen kann. Meine Auf­gabe im <Spiel des Lebens> scheint zu sein, auf nicht manisch­-kranke Weise diese Lücke zu finden. Was das betrifft, werde ich heute zu diesem Brief "Don't give up " auf meine Web­seite stellen.

 

Der große Programmierer hat mit am Sams­tag einen neuen Zu­fall kre-iert: Ich habe in ein Buch mit dem Titel "Xing, Facebook und Co. Hinein­ge­lesen und fest­gestellt, dass es mög­lich ist, über diese Medien eine Idee an Goliath vorbei in diese Welt zu bringen. Man muss <nur> wissen, wie diese neuen Medien funk­tionieren und, wie man eine Lawine im Inter­net auslösen kann. Praktisch wird das so aus­sehen, dass ich jede Woche etwa zwanzig meiner Leser (aus einem Fundus von etwa 1.500 Adressen, von denen ca. 20% <tot> sein werden) moti­­vieren werde, im Forum einen Artikel zu schreiben, in dem er­wähnt wird, dass der ver­-rückte Wolfgang Baitz sein Buch "Labrinth?- Altern­ative Thera­pie für manisch und de­pressiv dis­ponierte Menschen" für um­sonst ab­gibt. Ich bin ein Mensch der Tat: Der Spenden­-Button von Paypal ist von mir inner­halb von vier Tagen an­ge­dacht und ver­wirk­licht worden.

 

Das für den Moment. Du bist bei mir nach wie vor der Wunsch­-Partner Nummer eins. Ich muss je­doch darauf hin­weisen, dass ich mich dann, wenn auch dieser Brief dich nicht moti­vieren kann, nach jemand an­derem werde um­sehen müssen.

 

Liebe Grüße

Wolfgang

 

PS:

Das Missverhältnis zu Andreas ist im Begriff, sich zu wandeln. Andreas hat es tat­sächlich ge­schafft, dass Haiyans Sohn nun doch nach Deutschland kommen kann. Dies mit Hilfe einer An­wältin, die sich auf solche Fälle spezialisiert hat. Dafür wird wieder einmal mein Wohl­wollen und meine Hilfe be­nötigt.

Aus diesem Grunde hatte Andreas gestern zum Essen beim Chinesen ein­ge­laden, in dessen Ver­lauf ich auch meine Idee <betrüge­rischer Zahn­arzt & Urin> in die Luft blubbern konnte.

Und siehe da: Der Herr Doktor findet diese Idee SUPER - eine coole Aktion, die straf­rechtlich kein großes Risiko bedeutet. So was läuft noch unter dem Aspekt <grober Un­fug> und es ist meine Idee, dass der Filmer sich vor dem Ein­treffen der Polizei vom Acker machen würde, und statt­dessen ein Presse­-Fotograf (der einen Tipp bekommen hätte) den Auf­tritt der Polizei filmen könnte.

 

Hier nochmal die Einladung zum <Brain­pool> - 'brainÌstorm·ing Substantiv Brainstorming n (Sammeln von spon­tanen Ein­fällen zur Lösung eines Prob­lems).

 

Liebe Grüße

Wolfgang

...weiterhin manisch-de­pressiv, aber nicht mehr in Gefahr, in krank­hafte Phasen von Manie und/­oder De­pression zu geraten.

 

PS:

Gestern hat eine der Französinnen gekündigt, heute Morgen hat <zu­fällig> eine Frau an­ge­rufen, die genau dem Profil entspricht, das ich mir für eine zukünftige Mit-bewohnerin vorgestellt habe. Zufall???

 

*

Ich bin eher der Ansicht, dass es möglicherweise keine <Fehl­leistung> der Polizei gewesen ist, sondern im Gegen­teil der Ver­such einer Glanz­leistung, die aber durch die mutige Ent­scheidung eines durch­blicken­den Richters zu­nichte ge­macht worden ist.

Achte mal darauf, wie der doof aus­sehende Polizist im zweiten Interview sein Be­dauern dafür aus­drückt, dass dieser Richter das Bäuer­lein nicht als manisch­-depressiv hat einweisen lassen.

Gedankenblitz:

Könntest du Name und Adresse des Bäuerleins heraus­finden?

Schau mal auf meiner Web­seite unter "Blog/Briefe-2"

 

 

 

Entzug von Pschopharmaka?

Hinweis:

Dieser wichtige Brief ist schwierig zu lesen, weil die Briefschreiberin sich auf Passagen bezieht, die ich ihr geschrieben hatte. Zur besseren Lesbarkeit habe ich meinen Beiträgen ein * und den Beiträgen von M. ein # vorausgestellt .
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M. schrieb am 18.03.2010:

Hallo, lieber Wolfgang,

* du wirst inzwischen in "Labyrinth?" gelesen haben, wie es <der Zufall> gefügt hat, dass ich vom Lithium weggekommen bin.

# Ja, ich habe dein Buch bisher bis Seite 196 gelesen.

 

*(1)
Was den Begriff <Zufall> betrifft, hast du mir in deiner Antwort auf meinen Brief wieder einmal klar gemacht, dass Worte eine ständige Quelle von Missverständnissen ist. Wenn ich UKW sende und du Mittelwelle empfängst, kommt leider keine Verständigung zustande. Ich verstehe den Begriff <Zufall> jedenfalls als das, was die öhere Macht über uns uns zukommen lässt.

# Vielleicht war es ein Missverständnis, doch dass es für dich schon feststeht, dass Manie und Depression meine Themen sind, ist voreilig geurteilt. Ja, vielleicht bin ich empfindlich. Ich habe eine sehr klare Selbsteinschätzung und wiege mich nicht in Illusionen über mich selbst. Ich will nicht damit sagen, dass ich zu stark, klug oder sonst was dafür bin, in dieser Weise krank werden zu können. Ich habe weiß Gott meine Schwächen, doch sie liegen woanders. Es geht mir nicht darum, mich als besser darzustellen und ich dachte auch erst, ich lasse es darauf beruhen, aber dann merkte ich, dass das nicht passt, weil das dann keine ehrliche Kommunikation gewesen wäre.

Ich verstehe den Begriff "Zufall" genauso wie du.

Ich glaube, dass ein Mensch und die Umstände, in die er hinein geboren wurde, eine Einheit darstellen, die man mit Dharma und Karma umschreiben kann. Man zieht eine Lebenssituation an oder bekommt sie, um in ihr zu lernen und bringt etwas ins Leben mit, eine Art, mit Umständen umzugehen. Ich glaube, wenn ich krank geworden wäre, hätte ich genug Material in meiner Kindheit gefunden, das ich als krankmachend hätte erklären können. damit will ich sagen: In diesem Leben hatte ich durchaus Umstände, die man im Nachhinein als Einladung zu krankhafter Manie und Depression hätte verstehen können. Wahrscheinlich waren sie es nicht oder ich konnte sie bewältigen, wer weiß. 
Ich habe als Kind unheimlich viel gelesen, wie ich schon erwähnte. Das Lesen war ein Schutzraum, eine Zuflucht für mich ebenso wie das Zeichnen. Doch das könnte im Prinzip jeder tun. Warum tut es der eine, der andere nicht? Auch das Zeichnen. Ich war ja auch nicht von Anfang an gut darin. ich wurde es, weil ich es dauernd tat. Ich hatte eben diesen Hang zum Spirituellen und Künstlerischen. Das Praktische und Pragmatische musste ich mir erarbeiten und ich bin immer noch nicht gut darin. 

Künstlerisches Ausleben der Kreativität ist wichtig, insofern ich glaube, dass unausgelebte Kreativität einen krank macht und insofern ich glaube, dass Kunst viel klären kann, aber es ist nicht so, dass KünstlerInnen  davor gefeit sind, manisch-depressiv krank zu werden. Ich kannte einen sehr begabten jungen Mann, Musiker, der leider in die Psychiatrie kam.

Es ist auch nicht so, dass KünstlerInnen mit allem durchkommen.  
Lady Gaga mag sich verrückt anziehen und auf der Bühne aufführen, doch auf den Talkshows benimmt sie sich manierlich wie ein Schulmädchen, das nur antwortet, wenn es gefragt wird. Das Gleiche gilt für Paris Hilton.

Ich habe in deinem Buch genau diese Stellen gefunden, z.B. die Geschichte von dem Mann im Regen.

Ich glaube nicht, dass alle KünstlerInnen manische Phasen haben, zumindest haben nicht alle krankhafte Manien.

Sicher werden KünstlerInnen nicht so voreilig für krank erklärt wie manche andere, vor allem, weil sie es nicht zulassen. Sie haben eine Selbstdefinition, die nicht in erster Linie darauf abzielt, angepasst und "normal" zu sein. Sie lassen mehr bei sich selbst zu und können das auch anderen verständlich machen. 

Allerdings tun sie sich damit leichter, wenn sie in einer Umgebung aufgewachsen sind, die das unterstützt. Für mich galt das nicht, auch daher schwankte mein Selbstwertgefühl so stark. Auch nicht für den Musiker, von dem ich oben gesprochen habe. Meine Familie war mit meiner künstlerischen Begabung eher überfordert. Ich handelte gegen ihren Willen, indem ich Künstlerin wurde, auch wenn sie es mit der Zeit akzeptieren konnte.

Deine Ausführungen haben mich auch darauf gebracht, dass mindestens so stark wie im künstlerischen Milieu in dem der UnternehmerInnen eine manische Komponente steckt.

 

UnternehmerInnen setzen manisches Potential um, teils positiv.

 

Ich glaube, hier ist das auch sehr akzeptiert, der starke Wille, das Ziestrebige, die Dominanz, das begeistert sein, begeistern und motivieren können, das schnell entschlossen sein, das Arbeiten bis zum Umfallen und kaum schlafen, das gilt ja noch als Tugend. So war es ja auch dir, nicht wahr? Hier wird das Manische bis zu einem gewissen Punkt akzeptiert.
Gerade dieses Unternehmerische habe ich gar nicht so stark. Bisher dachte ich eigentlich immer, leider. 

Ich habe auch von Galeristen gehört, dass die wahren Künstler die sein sollen, die Getriebenen sind. Ich selbst habe mich nicht so erlebt, so getrieben. Ich hatte z.B, eher immer Angst vor Ausstellungen las den unheimlichen Ehrgeiz, ständig welche zu machen. Ich frage mich, ob es nicht auch etwas mit Selbstschutz zu tun hat, weil man die eigene Verletzlichkeit gegenüber Kritik kennt.

Oder sogar mit Faulheit?

 

Ich frage mich, ob Manie mit viel Ehrgeiz zu tun hat?

 

Sind alle Menschen, die in eine krankhafte Manie geraten, sehr ehrgeizig? Ist das mit ein Grund, warum sie ihre natürlichen Grenzen der Leistungsfähigkeit missachten?

* (3)
Auch was deine Empfindsamkeit bezüglich deines Lebensweges betrifft, hast du meinen Text anders interpretiert, als ich ihn gemeint hatte: Wie du in "Labyrinth?" gelesen hast, hat jeder Mensch manische und depressive Anteile.

# Das glaube ich auch. Allerdings sprichst du doch auch von manisch-depressiv-disponiert, was nicht alle betrifft. 

* Was ich habe sagen wollen, ist, dass m.E. du aufgrund von besseren Chancen (Elterhaus, Schule, andere Umstände) nicht in krankhafte Phasen von Manie geraten bist, was bei anderen Umständen hätte durchaus passieren können. Ich hingegen bin zwar in krankhafte Zustände von Manie geraten, habe diese aber lange Jahre ausleben können, weil mein Umfeld meine Ver-rücktheit nicht als <krank> angesehen hat.

# Ich glaube, dass du Glück hattest, diese Manien ausleben zu können, auch wenn du dabei viel Geld verloren hast. 
Dadurch ist dein manischer Anteil nicht so stark gekränkt worden, sondern hat Erfahrungen sammeln und sich weiter entwickeln können. Er ist nicht von dir verdrängt worden. Dadurch konntest du viel eher dessen positives Potential verwirklichen, als wenn es gleich durch Medikamente niedergedrückt worden wäre.

 

* (2)
Was den Entzug von Lithium & Co. betrifft, war ich früher auch mal der Meinung, die du jetzt vertrittst. Leider hat das mit dem <langsamen Ausschleichen> sich nicht bewährt. Meine Erfahrung ist, dass es keinen Unterschied gegenüber dem aprupten Absetzen macht: Sobald der Medikamentenspiegel im Blut unter den therapeutisch wirksamen Pegel fällt, setzt die innere Unruhe ein, die zu Schlafmangel führt. Das Problem bei den meisten Menschen, die schon über eine längere Zeit Lithium & Co einnehmen, haben als Folge der Nebenwirkungen Übergewicht. Was in den meisten Fällen dazu führt, dass sie sich nicht in der Weise <auspowern> können, wie ich es mittels der von Max Uray geführten Wanderungen durch die spanische Sierra habe machen können. Auch ich hätte das nicht gekonnt, wenn der Max es nicht verstanden hätte, mich auf raffinierte Weise bis an einen Punkt gebracht hätte, wo umkehren genauso hart gewesen wäre, wie weitergehen. Fazit: Wenn der oder die Betroffene nicht in der Lage ist, sich bis zur Erschöpfung auszupowern, muss der Entzug auf andere Weise geschehen. Und das ist in den Fällen, die ich begleitet habe, nicht immer gelungen, weil die äußeren Umstände nicht so gewesen sind, wie sie hätten sein müssen. Es steht dir selbstverständlich frei, es mit <ausschleichen> zu versuchen. Die Schulmedizin hat Recht, wenn sie davor warnt, das Absetzen von Lithium & Co in den meisten Fällen in die krankhafte Manie führt...

* Ich verstehe. Ich kann sowieso nichts versuchen und will auch nichts versuchen, weil ich ja nicht die Betroffene bin. Und der Frau, der ich helfen will, werde ich erst dann zu einem Entzug raten, wenn ich eine echte Chance sehe, dass er gelingen kann.

 

Sie weiss ohnehin schon lange, dass ich gegen Medikamente bin.

 

Leider kann ich sie aus mehreren Gründen nicht begleiten. Sie ist nicht übergewichtig, aber das körperliche Auspowern dürfte schwierig sein, weil sie Krebs gehabt hat und daher sich sicher körperlich nicht völlig verausgaben sollte, sondern sich zwar bewegen sollte, aber nicht überanstrengen. Danach wird sie, wie sie hofft, wieder Arbeit gefunden haben und daher kann sie natürlich nicht, wenn sie nachts nicht schlafen kann, so lange Sport machen, bis sie schlafen kann, ausser sie meldet sich dann krank.

 

Bisher hat sie es so gehalten, dass sie Schlafmittel nahm, wenn sie nicht schlafen konnte, was beinahe ständig der Fall war. Doch auf welche Art kann der Entzug dann geschehen?

 

Du hast gesagt, der Entzug ist die Hölle. Ist er das, weil die innere Unruhe so schwer zu ertragen ist? Oder heisst das, dass er mit großen seelischen und körperlichen Schmerzen verbunden ist? Besteht eine Sucht des Körpers wie bei anderen Drogen (deshalb war ich auf das Ausschleichen verfallen)? Gibt es Fälle, in denen er auf andere Art gelungen ist? Ist es überhaupt möglich neben einem Job? An sich wäre die Zeit jetzt, da sie arbeitslos ist, die einzige Chance, wie mir scheint. Doch auch danach muss es ja anhalten.

* Auch nach meinem Entzug von Lithium hatte ich günstigere Umstände als die meisten anderen manisch-depressiv Kranken: Ich hatte Anspruch auf Arbeitslosengeld mit dessen Hilfe ich <kreativ arbeitslos> sein konnte, und statt <Arbeiten um jeden Preis> an meiner geistigen Entwicklung habe arbeiten können. Heutzutage, unter <Hartz-4> wäre das wohl nicht mehr in dieser Weise möglich. Aber ich bin sicher, dass kreative Menschen auch in der heutigen Zeit ihre Chance finden und nutzen können.

 

* Leider ist das Arbeitslosengeld manchmal nicht hoch genug, um die Lebenshaltungskosten wirklich decken zu können. Doch das größte Problem scheint mir die Existenzangst zu sein und die Tatsache, dass z.B. eine neue Wohnung gesucht werden muss. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, solche Medikamente zu nehmen, mein Misstrauen ist hier so gross, dass ich niemals Schmerzmittel oder Antibiotika nehme, aber auch meine Kinder immer nur homöopathisch behandeln lasse. Ich darf gar nicht daran denken, was die Psychopharmaka anrichten, es macht mich zu traurig. Ich befürchte sogar, dass sie den Krebs verursacht haben könnten, neben anderen Ursachen wie Stress. Wobei ich nicht weiss, ob es hier um Lithium oder um ein anderes Medikament geht.

Kennst du Menschen, die diese Pharmaka über Jahrzehnte ein- nehmen und daneben arbeiten und all das? Und nicht auch noch zusätzlich krank werden? Ich frage das, weil ich mich vielleicht damit abfinden muss, dass die Frau, von der ich spreche, vielleicht nie den Entzug macht. 

Dazu muss ich jetzt einmal sagen, dass ich noch nichts über sie erzählt habe, weil ich es gewohnt bin, darüber zu schweigen, weil sie selbst alle die Jahre darüber geschwiegen hat und nicht wollte, dass es jemand weiss. Sie hat es sogar vor ihren besten Freundinnen verheimlicht. erst jetzt macht sie den Schritt, dazu zu stehen. trotzdem habe ich irgendwie ein verräterisches Gefühl, wenn ich zu viel über sie erzähle.

Trotzdem sehe ich, dass du mich nicht beraten kannst, wenn ich nicht etwas von den Fakten erzähle.
Deshalb in Kürze:
Inzwischen ist sie über 50 Jahre. Das erste Mal war sie wegen Depressionen in der Klinik mit 23. Dann noch ein oder zweimal. Sie hat es anfangs versucht, hat das Medikament abgesetzt, ist gescheitert und hat es danach nicht mehr gewagt. Dann war sie lange Zeit <stabil>, d.h. ohne krankhafte Manie. Dann hatte sie eine nach dem Tod ihres Vaters. Dann wieder 10 Jahre lang nicht, während derer sie immer gearbeitet hat mit Überstunden und allem. Dann bekam sie den Brustkrebs, Chemo, lebensgefährliche Komplikationen, Verbot der Schlafmittel, setzte das Medikament ab und geriet daraufhin wieder in eine Manie mit stationärem Aufenthalt. Arbeitete wieder, noch ehe sie musste, um nicht allein zu Hause zu sitzen und einsam zu sein und geriet wieder in eine Manie, worauf sie den Job verlor. Sie erinnert sich kaum an die manischen Zustände, hat es mit der Hammer-Medikation (künstlicher Schlaf) zu tun? Ist es hilfreich, sich zu erinnern und das, was man damals dachte und fühlte, zu analysieren, um es beim nächsten Mal selbst kontrollieren zu können? Oder ist es besser, nicht zu viel darüber nach zu denken? Hast du mal eine Gesprächstherapie gemacht und hältst du sie für hilfreich? Wird in einer Gesprächstherapie auch darüber gesprochen?

Ein entscheidender Punkt scheint mir zu sein: der "Point of no Return", wenn man nach Schlafmangel und totalem Stress in die Krankheit kommt. Ist da nicht doch noch eine Umkehr möglich? Du sagtest doch, du hättest beim Schreiben dieses Buches solche Zustände sogar provoziert? Ist es nicht doch möglich, so einen Menschen in der Manie irgendwie zu erreichen? 

Ich weiss, das sind furchtbar viele Fragen! Lass dir ruhig alle Zeit der Welt mit dem antworten. ich will nicht auch dir noch Stress machen.
Das für den Moment.
Dir alles Gute!

* Ich will dir den Mut nicht nehmen - im Gegenteil. Aber ich besitze auch den Mut zur Ehrlichkeit. Und ich stehe auch zu den Misserfolgen, die in der Begleitung von Manisch-Depressiven passiert sind. Nur durch diese Fehler habe ich Erfahrung sammeln und lernen können. Das ist für die Betroffenen schmerzhaftg ewesen, aber das ist Schicksal, das ich nicht habe abwenden können.

# Natürlich! Du hast ja deinen Weg selber suchen müssen. keiner hat dich angeleitet. dadurch sind diese Fehler passiert. Ganz richtig: das ist Schicksal und man muss es akzeptieren. Auch ich habe versucht, einen Manisch-Depressiven zu begleiten und bin gescheitert. Gerade deshalb bin ich jetzt sehr vorsichtig geworden.

 

* Man könnte sagen: "Ehrlichkeit ist dem Wolfgang sein Problem!" Ehrlichkeit ist es, warum "Labyrinth?" bisher kein materieller Erfolg geworden ist. Zu marktschreierischen Ausagen wie "Nie wieder Manie" kann ich mich nicht ver- steigen. Und ich bin sicher, dass sich das für mich unterm Strich auszahlen wird.

# Da bin ich auch sicher. Du hättest sowieso nur alle Ärzte und Medizingläubigen gegen dich, wenn du zu viel versprechen würdest. Was mich betrifft, so werde ich dir morgen einen kleinen Betrag überweisen, klein darum, weil ich leider was das Materielle betrifft, gerade so durch komme. (alleinerziehend, zwei Kinder) Aber du hast schon recht damit: geben und nehmen bzw. in dem Fall nehmen und geben.

Ich werde dir dann auch mal ein paar Jpgs von Bildern von mir anhängen.

Liebe Grüße
M.

Seit sieben Jahren Manisch-Depressiv...

...was nun?

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P. St.schrieb am 17.03.2010: 

...leider gehöre ich zu den Betroffenen und kämpfe nun schon seit 7 Jahren. Bitte senden Sie mir Ihr Buch zu ich wünsche mir nichts mehr als mit der Krankheit leben zu können ohne immer wieder ins Dunkel blicken zu müssen.

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Hallo, liebe P.St.,

das von mir beschriebene Konzept "Alternative Therapie für manische und depressive Menschen" läuft nicht auf irgendeine Art von <Heilung> hinaus, sondern darauf, Menschen, die ich "manisch und depressiv disponiert" nenne, fähig zu machen, krankhafte Phasen von Manie und Depression in Zukunft zu vermeiden.

 

Seit nunmehr 21 Jahren bin ich das lebende Beispiel für die Tatsache, dass es möglich ist, ein manisch und depressives Naturell ohne die fragwürdige Hilfe der Medizin-Industrie zu leben.

 

Seit mehr als zehn Jahren kämpfe ich dafür, das von mir gelebte Konzept für die Vermeidung krankhafter Phasen von Manie und Depression gegen den Widerstand einer mächtigen Medizin-Industrie in die Welt zu tragen.

 

Bei diesem Kampf muss ich ständig darauf achten, die Ratschläge, die ich in "Labyrinth?" gebe, selbst zu beachten, weil sonst aus diesem Kampf eine krankhaft-manische Aktion werden könnte.

 

Es liegt in der Natur der Sache, dass die Medizin-Industrie ein großes Interesse hat, dass das Wissen, welches ich in "Labyrinth?" weitergebe, nicht allgemein bekannt oder gar <wissenschaftlich anerkannt> wird.

 

<Mensch> sollte sich über die Tatsache nicht wundern oder gar zornig werden - liegt es doch auf der Hand, dass Industriebetriebe Umsatz generieren müssen, damit sie überleben. Mein Motto ist: "Stell' dir vor es ist Psychiatrie und keiner geht hin!"

 

Ein wichtiger Hinweis:

Immer wieder haben oberschlaue Leser meines Buches gemeint, die Ratschläge, die ich in "Labyrinth?" gebe, modifizieren zu können. Die das getan haben, sind samt und sonders abgestürzt.

 

Das gilt insbesonders für die Tatsache, dass Menschen, die seit längerer Zeit Psychopharmaka konsumieren, für den Entug von Lithium & Co. dringend die Hilfe einer Person benötigen, die ich in "Labyrinth?" <Begleiter> genannt habe. Wer glaubt, Lithium & Co. einfach nur <ausschleichen> zu können, der irrt.

 

Herzliche Grüße

Wolfgang Baitz

 

PS:

(1)

Ich schlage vor, dass wir in Zukunft mittels des verbindenden "du" an Stelle des trennenden "Sie" kommunizieren.

 

(2)

Jede Arbeit ist ihres Lohnes wert. Nachdem die pharmazeutische Industrie mich als "Abzocker" bezeichnet hat, um von der Tatsache abzulenken, wer die wirklichen Abzocker sind, gebe ich "Labyrinth?" nun umsonst ab.

 

Du kannst meine Arbeit unterstützen, indem du nach dem Lesen meines Buches über die Spenden-Button meiner Webseite freiwillig eine Spende in beliebiger Höhe machst. Das gibt mir die Möglichkeit, weiter am Thema zu arbeiten.

 

(3)

Bitte beachte, dass die Texte auf meiner Webseite, insbesonders die Briefe, die Fortsetzung von "Labyrinth?" darstellen.

 

Frankfurt, am 18. März 2010

 

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