Hoffnung für manisch und depressiv disponierte Menschen? (1)
Hi Teo,
habe übers Wochenende ein (für manisch und depressiv disponierte Menschen) wichtiges Buch gelesen:
(1)
"Die heimliche Medienrevolution" von Erik Möller.
Erster Absatz, sinngemäß zitiert:
"Wenn Sie in zwanzig Jahren dieses Buch aufschlagen, werden Sie hoffentlich in einer Welt leben, in der soziale Ungerechtigkeiten, Kriege und Menschenrechtsverletzungen weitgehend verschwunden sind. In einer Welt, in der alle Menschen einen Zugang zu einem globalen Kommunikationsnetz haben, in dem Informationen aller Art ohne Einschränkungen verbreitet werden können/dürfen. In einer Welt in der jeder <Mensch> nicht nur Konsument, sondern auch Produzent von Wissen, Kunst und Kultur sein kann. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Informations- und Kommunikationsplattform <Internet> diese Welt möglich machen könnte.
(1a) Dann folgt der (für mich) wichtigste Satz:
"Doch ich bin ebenso sicher, dass die alten Machteliten (allen voran Microsoft) alles tun werden, um zu verhindern, dass es dazu kommt.
(2)
Nach der negativen Erfahrung bei XING, wo 98% aller Teilnehmer nur nehmen, aber nicht geben wollen, bin ich mit derartigen Plattformen erst mal <fertig> gewesen. Doch nun habe ich die Mechanik von <Facebook> entdeckt, wo ich seit ein paar Wochen ebenfalls bereits Mitglied bin. Das ist ganz was anders. Mit ein bisschen viel Arbeit/Zeitaufwand kannst du über Facebook eine riesige Menge Menschen erreichen. Alle, die als <Freunde> mit dir vernetzt sind, bekommen automatisch eine Nachricht diese <an alle Freunde> adressiert ist. Das könnte, mit viel Fleiß und Intelligenz betrieben, das Medium sein, welches <die Lawine> auslöst, von der wir gesprochen haben. Du weißt doch: Theoretisch (und auch praktisch) ist jeder Mensch über 10 Stationen mit allen anderen Menschen vernetzt…
Das für den Moment.
Gruß
Wolfgang
Entzug von <Lithium & Co - Medikament für Manisch-Depressive>
-
Hallo, liebe M.,
du wirst inzwischen in "Labyrinth?" gelesen haben, wie es <der Zufall> gefügt hat, dass ich vom Lithium weggekommen bin.
(1)
Was den Begriff <Zufall> betrifft, hast du mir in deiner Antwort auf meinen Brief wieder einmal klar gemacht, dass Worte eine ständige Quelle von Missverständnissen ist. Wenn ich UKW sende und du Mittelwelle empfängst, kommt leider keine Verständigung zustande. Ich verstehe den Begriff <Zufall> jedenfalls als das, was die öhere Macht über uns uns zukommen lässt.
(2)
Was den Entzug von Lithium & Co. betrifft, war ich früher auch mal der Meinung, die du jetzt vertrittst.
Leider hat das mit dem <langsamen Ausschleichen> sich nicht bewährt. Meine Erfahrung ist, dass es keinen Unterschied gegenüber dem aprupten Absetzen macht:
Sobald der Medikamentenspiegel im Blut unter den therapeutisch wirksamen Pegel fällt, setzt die innere Unruhe ein, die zu Schlafmangel führt.
Das Problem bei den meisten Menschen, die schon über eine längere Zeit Lithium & Co einnehmen, haben als Folge der Nebenwirkungen Übergewicht. Was in den meisten Fällen dazu führt, dass sie sich nicht in der Weise <auspowern> können, wie ich es mittels der von Max Uray geführten Wanderungen durch die spanische Sierra habe machen können.
Auch ich hätte das nicht gekonnt, wenn der Max es nicht verstanden hätte, mich auf raffinierte Weise bis an einen Punkt gebracht hätte, wo umkehren genauso hart gewesen wäre, wie weitergehen.
Fazit: Wenn der oder die Betroffene nicht in der Lage ist, sich bis zur Erschöpfung auszupowern, muss der Entzug auf andere Weise geschehen.
Das ist in den Fällen, die ich begleitet habe, leider nicht immer gelungen, weil die äußeren Umstände nicht so gewesen sind, wie sie hätten sein müssen.
Es steht dir selbstverständlich frei, es mit <ausschleichen> zu versuchen. Meine Meinung: Die Schulmedizin hat Recht, wenn sie davor warnt, das Absetzen von Lithium & Co in den meisten Fällen in die krankhafte Manie führt...
(3)
Auch was deine Empfindsamkeit bezüglich deines Lebensweges betrifft, hast du meinen Text anders interpretiert, als ich ihn gemeint hatte: Wie du in "Labyrinth?" gelesen hast, hat jeder Mensch manische und depressive Anteile.
Was ich habe sagen wollen, ist, dass m.E. du aufgrund von besseren Chancen (Elterhaus, Schule, andere Umstände) nicht in krankhafte Phasen von Manie geraten bist. Was bei anderen Umständen hätte
durchaus passieren können. Ich hingegen bin zwar in krankhafte Zustände von Manie geraten, habe diese aber lange Jahre ausleben können, weil mein Umfeld meine Ver-rücktheit nicht als
<krank> angesehen hat.
Auch nach meinem Entzug von Lithium hatte ich günstigere Umstände als die meisten anderen manisch-depressiv Kranken:
Ich hatte Anspruch auf Arbeitslosengeld mit dessen Hilfe ich <kreativ arbeitslos> sein konnte, und statt <Arbeiten um jeden Preis> an meiner geistigen Entwicklung habe arbeiten können.
Heutzutage, unter <Hartz-4> wäre das wohl nicht mehr in dieser Weise möglich. Dennoch bin ich sicher, dass kreative Menschen auch in der heutigen Zeit ihre Chance finden und nutzen können.
Das für den Moment.
Dir alles Gute!
Wolfgang
PS:
Ich will dir den Mut nicht nehmen - im Gegenteil. Aber ich besitze auch den Mut zur Ehrlichkeit. Und ich stehe auch zu den Misserfolgen, die in der Begleitung von Manisch-Depressiven passiert sind. Nur durch diese Fehler habe ich Erfahrung sammeln und lernen können. Das ist für die Betroffenen schmerzhaft gewesen, aber das ist Schicksal, das ich nicht habe abwenden können.
Man könnte sagen: "Ehrlichkeit ist dem Wolfgang sein Problem!" Ehrlichkeit ist es, warum "Labyrinth? - Alternative Therapie für manisch und depressiv disponierte Menschen"" bisher kein materieller Erfolg geworden ist.
Zu marktschreierischen Ausagen wie "Nie wieder Manie" kann ich mich nicht versteigen. Und ich bin sicher, dass sich das für mich unterm Strich auszahlen wird.

