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Serendipity = Der Begriff Serendipity bzw. Serendipität, gelegentlich auch Serendipity-Prinzip bzw. Serendipitätsprinzip, bezeichnet eine zufällige Beobachtung von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem, das sich als neue und überraschende Entdeckung erweist.

 

 

Serendipity - das Talent der Manisch-Depressiven

 

Hier die Geschichte, wie <Serendipity> dazu führte, dass meine Fußschmerzen verschwunden sind.

 

Seit etwa zwei Jahren plagten mich Schmerzen im Rist meines linken Fußes.

"Altersbedingt", habe ich gedacht und mich in die Tatsache gefügt, dass ich zwar 60 KM Rad fahren, nicht aber schmerzfrei 3 KM gehen konnte. Zum Orthopäden bin ich nicht gegangen, weil ich seit mehr als 15 Jahren nicht mehr krankenversichert bin, und ich vor Jahren eine schlechte Erfahrung mit dieser Zunft gemacht habe.

Vor etwa drei Wochen, als ich mich noch in der manischen Phase befand, in die ich mich zum Zwecke des Experimentierens begeben hatte, bin ich mit dem Rad zu einer Holzhandlung in der Alten Gasse gefahren, um dort Material für einen Computer-Arbeitsplatz zu kaufen.

Als ich die etwa ein Meter langen Kanthölzer auf dem Gepäckträger meines Fahrrades befestigen wollte, merkte ich, dass das Gewicht der Kanthölzer das Fahren unsicher machen würde. Ich war mir der Tatsache bewusst, dass ich mich in einer manischen Phase befand und deshalb erhöhte Unfallgefahr bestand. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, das Rad stehen zu lassen und die drei Stationen bis zum Hauptbahnhof mit der S-Bahn zu fahren.

Auf dem Wege zur S-Bahn-Station Konstablerwache kam ich an einem Geschäft mit Namen "Lauftreff" vorbei, das ich vorher noch nicht wahrgenommen hatte. Im Fenster dieses Geschäftes fiel mir eine Werbung ins Auge, die von einem Anti-Schuh sprach.

MBT - Masai Barefoot Technologie.

Es war im wahrsten Sinne der Worte eine zufällige Beobachtung von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem, das sich als neue und überraschende Entdeckung erweist.

Ich betrat den Laden und schilderte der herbeigeeilten Verkäuferin meine Fußprobleme. Statt mir zu dem MBT-Anti-Schuh zu raten, riet sie mir, einen Orthopäden aufzusuchen. Ich bat darum, die MBTs ausprobieren zu dürfen. Während die Verkäuferin im Hintergrund des Ladens verschwand, aus dem sie nach einer längeren Weile mit dem einzigen vorrätigen Paar in meiner Größe zurückkam, studierte ich den Prospekt von MTB ausführlich. Das dort Gesagte leuchtete mir sofort ein. Und dann das Laufgefühl, das sich beim Probegehen einstellte. Ich weiß nicht, ob ich, dessen finanzieller Etat im Moment eher knapp ist, in meiner <Normalphase> das Risiko eingegangen wäre, auf ein Werbeversprechen hin 210 Euro für ein Paar Schuhe zu bezahlen. In der manischen Phase habe ich es getan.

Und ich habe es nicht bereut. Die Schmerzen im Fuß sind deutlich weniger geworden und ich kann jetzt mehr als 5 KM gehen, ohne dass mir anschließend die Füße wehtun.

Anschließend hat es noch mehr <Serendipity> gegeben.

Ich bin nämlich versehentlich eine Station über den Hauptbahnhof hinaus gefahren. Statt das Risiko einzugehen, ohne Ticket zum Hbf zurück zu fahren, bin ich von der Station Galluswarte zum nahegelegenen Studio meiner Frau gegangen und habe mir dort ihre Monatskarte geholt.

Solcher Art bestückt, habe ich dann meine Terminplanung für den Tag so verändert, dass ich die Fahrkarte optimal nutzen konnte. Ich habe eine weitere Ladung Holz gekauft, die ich eigentlich erst am nächsten Tag hatte kaufen wollen und als Krönung bin ich am Abend in ein der Holzhandlung nahe gelegenes Kino gegangen, weil ich sowieso in diese Gegend musste, um dort mein Fahrrad abzuholen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich im Zustand der leichten Manie besser in der Lage bin, <Serendipity> zu nutzen, als im Zustand der Normalität.

 

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