Eine Partie, in welcher ein Spieler, der im Rennen zurück liegt, zwei oder mehr Punkte im Innenfeld des Gegners besetzt hält. Die folgende Grafik zeigt eine Spielsituation, in der Weiß den 1Pt und den 3Pt im Innenfeld des Gegners (Rot) hält. Diese Spielsituation hat sich real in einem Spiel gegen das Computerprogramm "Motif" ergeben. Ich zeige auf, wie sich diese Partie weiter entwickelt hat, und gebe zu jeder Grafik meinen <Senf> dazu. Die Partie ist noch nicht gedoppelt, weil "Motif" meint, dass es dafür zu spät ist. Motif versucht jetzt , diese ungedoppelte Partie doppelt (Gammon) oder dreifach (Backgammon) zu gewinnen.
Backgame 1 und 3 Pt
Als ich begann, diese Partie mit Hilfe von "Snipping Pool" zu dokumen- tieren, ahnte ich, dass sich eine spannende Partie entwickeln würde, die zu gewinnen mein ganzes Spielkönnen erfordern würde.
Grundsätzlich sei zu <Backgames> gesagt, dass man solche Partien, dann, wenn man sie verliert, meist Gammon oder gar Backgammon verliert.
Gegen einen menschlichen Gegner, würde ich diese Partie aufgeben, wenn jetzt ein Verdopplungsangebot käme.
Gegen das ansonsten spielstarke Motif nehme ich solche Doppel an, weil ich weiß, dass dieses Programm die Strategie für Backgames nicht so gut beherrscht, wie ich es tue. Dennoch erfordert ein Backgame gegen Motif meine totale Konzentration, weil Motif in solchen Situationen die Würfel manipuliert. Die Strategie gegen dieses Mogels ist, Spielsituationen einzustellen, die Motif nicht erlauben, auf diese Weise zu gewinnen. Ich werde diese Strategie im Zuge dieser Partie erläutern.
Weiß hat 3+3 gewürfelt und hat bereits ein 3 von der Bar nach R3 gezogen. Damit hat er den 3Pt "gemacht", erst jetzt hat Weiß ein 1Pt und 3Pt Backgame. Mittelmäßige Spieler würden jetzt mit 2x W7 -> W4* einen zweiten roten Stein auf W4 schlagen. und diesen Punkt "machen".
Weiß hat 3+3 gezogen.
Ich habe 2x W8 -> W5 gezogen und mit der letzten 3 von W6 auf W3 geschlagen. Warum habe ich Rot diesen direkten Schuss gelassen, statt auf Sicher zu spielen?
Die Antwort auf diese Frage ist, dass ich nach dem scheinbar sicheren Zug nicht genügend Bausteine hätte, eine Blockade zu errichten, mittels derer ich die beiden roten Steine so lange gefangen halten kann, bis ich die Steine von R1 und R3 aus dem Innenfeld von Rot herausgespielt habe.
Einige Züge später...
Ein Blick auf den Verdopplungswürfel zeigt, dass in der Zwischenzeit einiges passiert ist. Mal bin ich "up" gewesen, mal Motif. Ich gebe allerdings zu, dass ich Motif bzum Doppeln gelockt habe, weil ich ziemlich sicher bin, dass die Chancen zu meinen Gunsten stehen.
Es wäre falsch, den offenen Spielstein von W7 jetzt mittels W7 -> W3, R1 -> R3 sicher zu ziehen. Weiß wünscht sich, auf W7 geschlagen zu werden, weil er damit Zeit gewinnen würde, R3 zu halten. Ein Mensch als Gegner, wir in einer solchen Situation nicht schlagen, wenn er dies nicht tun muss.
Weiß hat R1->R3->R7 gezogen.
Weiß darf in dieser Situation nicht <auf Sicher> ziehen. Er muss die Punkte 3 und 1 im Innenfeld von Rot so lange wie möglich halten.
Das ist der Grund, warum es falsch gewesen wäre, R3->R7 und W7->W5 zu ziehen.
Ein paar Züge später...
Weiß hat jetzt das bekommen, was man einen "doppelten Schuß" nennt. Er kann den roten Stein auf R6 mit 3 oder mit 5 schlagen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das passieren wird, beträgt 20 gegen 16, nur wenig mehr als 52 Pozent zugunsten von Weiß. Dagegen steht, dass Weiß in großer Gefahr ist, diese Partie doppelt oder gar dreifach zu verlieren.
Auf welchen Spieler würdet ihr jetzt wetten?
Doppelter Schuss auf R5
Weiß hat den ersten doppelten Schuss nicht getroffen. Nun hat er eine zweite Chance. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht besser geworden: 20 von 36 möglichen Würfen treffen, 16 Würfe treffen nicht.
Welche Würfe treffen jetzt nicht?
Wieder nicht getroffen, dann aber richtig gezogen. Indem Weiß R3 geöffnet hat, hat Rot dort schlagen müssen, was erneut einen Mehrfach-Schuss erzeigt hat.
Mit welchen Würfen kann Weiß jetzt nicht schlagen?
6+6, 5+5, 2+2, 6+5 und 5+6 = 5 aus 36.
Das beudeutet: Weiß hat jetzt eine 5/6 Chance, einen der beiden offenen roten Steine zu schlagen. Wenn es weiß gelingtt, beide roten Steine zu schlagen, sollte er doppeln, weil er aufgrund der Tatsache, dass Rot bereits 8 Steine ausgespielt hat, kein Gammon gewinnen kann.
Getrtoffen, was nun?
Was nun?
Weiß hat den zweiten offenen Stein von Rot geschlagen, Rot hat <glücklich> eingespielt. Weiß hat nun zwei Zielsetzungen: Die erste ist, diese Partie nicht mehr doppelt oder dreichfach zu verlieren, die zweite ist, diese Partie zu gewinnen. Für letzteres ist es unbedingt erforderlich, dass Weiß keinen der beiden gefangenen roten Steine entkommen lässt. Weiß hat 1+1 gewürfelt. W11-> W10 blockiert die roten Steine auf W4 derart, das Rot nun weder 6+6, noch 5+5 ziehen kann. Nun gilt es, die restlichen drei Einsen so zu ziehen, dass dann, wenn die Rot die <glücklichen Würfe> 3+3 und 4+4 wirft, die größtmögliche Wahrscheinlichkeit gegeben ist, die entkommenen roten Steine wieder einzufangen. Weiß zieht: R3->R4-R5-R6
Zwei Züge später...
Weiß muss jetzt unter allen Umständen vermeiden, dass Rot seinen Stein von W11 nicht in Sicherheit bringen kann. Es wäre falsch, jetzt von R6 nach W10 "sicher" zu ziehen. Das wäre "passives Spiel".
!!! - jetzt ist Agression angesagt:
W9->W4*, R7->R9.
Motif hat diesen Zug vorausgesehen und mit 4+6 geantwortet.
Autsch!
Weiß zieht 4+4 nicht auf Sicher, sondern schlägt nach
2x Bar -> R4 mit R7 ->-> den roten Stein auf W9.
Letzte Chance...
Die Partie ist weiter "auf und ab" verlaufen. Nun hat Weiß seine letzte Chance!
Doppelter direkter Schuss (mit 2 oder 5) plus indirekte Schüsse:
6+1, 1+6, 1+1, 4+3, 3+4 = 25 gegen 11 Treffer.
Auch die guten Spieler...
... werfen gelegendlich den Superwurf.
5+5: Weiß hat von R4 auf R9 gesclagen und mit W9->W4 endlich seinen 4Pt geschlossen. Nun geht es darum, zu verhindern, dass Rot seinen Stein von R3 sicher spielen kann. Passives Spiel ist jetzt nicht angesagt: Weiß muss auf W1 schlagen, wenn er kann. Das rote Innenfeld ist weit offen und <geschlagen werden> gibt Weiß die Chance, den roten Stein auf R3 zu schlagen.
Es wäre definitiv falsch, jetzt W1 zu schließen.
Weiß wünscht sich, auf W1 getroffen zu werden, weil ihm das mehr Möglichkeiten geben würde, den einzelnen Stein auf R3 zu schlagen.
Chance für Weiß...
Ein paar Züge später...
Dises Bild zeigt, wie eng es geworden wäre, wenn Weiß nicht den zweiten roten Stein geschlagen hätte. Die Zeit, die Rot benötigt hat, den Stein, der jetzt auf R5 steht, von der Bar dort hin zu spielen, hat dieses Partie zugunsten von Weiß entschieden.
Faustregel:
Wenn der Gegner bereits 8 Spielsteine ausgespielt hat, ist die Chance, dass ein Backgame noch gewonnen werden kann, dann, wenn der das Backgame spielende Spieler nur einen Stein schlagen kann, selten höher als 50 Prozent. Aus diesem Grunde sollte der Spieler, der ein Backgame spielt, in solchen Fällen alles Erdenkliche versuchen, einen zweiten Stein des Gegners zu schlagen.
Doppel-Entscheidung:
Weiß hat im richtigen Zeitpunkt gedoppelt, nämlich dann, als eine geringe Wahrscheinlichkeit bestand, dass Rot das Doppel noch annehmen würde.
