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Backgammon-Session gegen "Motif" - 24-05-2010

 

Diese Sequenz zeigt, dass die meisten Partien beim modernen Backgammon nicht bis zum Ende gespielt werden, sondern durch Verdopplungen beendet werden.

 

Achtet mal auf die unterschiedlichen Positionen und darauf, wie früh "Motif" aufgibt. Im Checker-Play ist Motif fast gleichwertig. Bezüglich der Doppelstrategie und im Backgame ist das Programm mir unterlegen.

 

 

 

Der Pipcount, die Anzahl der Würfelaugen, die zum Ausspielen aller Spielsteine benötigt wird, beträgt 76./.79, Weiß ist diesbezüglich geringfügig im Vorteil, weil der 8.5 Pips für den Anwurf abrechnen darf.

 

Weiß wird schlagen, wenn es möglich ist. Im Außenfeld kann Weiß mit den Zahlen 3 und 2 plus 1+1 direkt schlagen = <21 aus 36> im Innenfeld schlagen die Zahlen 5 und 1. Die einzigen Würfe, mit denen Weiß nicht wird schlagen können, sind 4+4 und 6+6, aber diese Würfel würden Weiß einen ernormen Vorteil im Rennspiel verschaffen.

 

Weiß wird möglicherweise auf W3 einen offenen Schuss lassen müssen. Die Chance, dass dieser dann getroffen wird, beträgt etwa 1:3 (11 aus 36). Selbst dann wäre die Partie für Weiß noch nicht verloren, weil die Punkte 6, 5 und 1 im roten Innenfeld offen sind.

 

Zusätzlich besteht Gammon-Gefahr für Rot, wenn es Weiß gelingt, mehr als einen der offenen roten Steine zu schlagen.

 

Korrektes Doppel, korrekter Pass.

 

 

Weiß liegt im Rennspiel, den Anwurf mitgerechnet, 18 Ppis vorn.

 

Weiß hat ein indirktes 4er-Band gegen die beiden roten Steine auf W1. Rot wird die Zahlen 6 und 5 von W12, R11, R8 oder R6 ziehen müssen, und er wird in der Mehrzahl der Fälle zumindest einen direkten Schuss geben müssen.

 

Weiß, am Wurf, hat Chancen, sein 4er-Band nach vorn zu schiften oder es in ein 5er-Band mit höherem Blockierungspotential zu erweitern.

 

Korrektes Doppel, korrekter Pass

 

Anmerkung:

Motif ist so programmiert, dass es fast alle Verdopplungen ablehnt, die Gammon-Potential haben.

 

 

Weiß hat im Backgame zwei rote Steine geschlagen, und er hat ein Innenfeld mit gutem Blockierungspotential.

 

Weiß kann den roten Stein auf R12 mit jeder 6, 5, 4 und 2 direkt schlagen, plus einige indirekte Treffer. Der einzige Wurf der jetzt nicht trifft, ist 3+1 = <2 aus 36> = ca,. 5.6 Prozent.

 

Geringe Gammon-Gefahr für beide Seiten.

 

Korrektes Doppel, korrekter Pass.

 

 

Weiß hat nach langem Kampf sein Innenfeld geschlossen. Die Chance, mit nur einem roten Stein auf der Bar ein Gammon zu gewinnen, ist geringer als die Chance, dass Rot mit 6+6 oder 5+5 einspielt und das Rennen noch gewinnt.

 

Indem Weiß jetzt doppelt, verhindert er, dass Rot diese <glücklichen> Würfe wird werfen können, denn dieser kann dieses Doppel wegen einer 3-Prozent-Chance nicht annehmen.

 

Korrektes Doppel, korrekter Pass.

 

 

Das ist eine Verdopplung, die ich, als Rot noch angenommen hätte.

 

Weiß hat nicht viele Möglichkeiten, mit seinem nächsten Wurf einen weiteren Punkt in seinem Innenfeld zu machen oder W7 zu schließen.

 

Ich schätze den Vorteil von Weiß auf etwa 60:40. Rot ist in dieser Position nicht im Vorteil, hat aber durchaus Potential, die Partie zu seinen Gunsten zu ändern.  

 

Vorsicht bei Roll-Outs durch Computerprogramme wie "Gnu".

 

Diese Programme spielen eine solche Partie 100x oder mehr bis zum Ende und liesten dann auf, wie oft jede Seite gewonnen hat. Ich halte solche Anaysen für irreführend, weil das Programm für beide Seiten seinem Spielniveau entsprechend zieht und nicht berücksichtigt, dass sein Gegner eine bessere Strategie, bzw. ein besseres Spielniveau haben könnte.

 

Ich jedenfalls habe noch kein Computer-Programm gefunden, das mich langfristig schlagen kann.

 

Um diese Aussage beurteilen zu können, solltest du, lieber Leser, in paar Sessions gegen "Motif" spielen. Ich bin bereit zu beweisen, dass ich gegen Motif mehr als 90 Prozent aller Sessions gewinnen werde.

 

 

 

Weiß hat großes Flexibilität: Chncen, den Stein von R5 in Sicherheit zu brinden, Chancen, W7 oder W8 zu machen und mehr als 20 Pips Vorsprung im Rennspiel.

 

Wie Chancen, ein Gammon zu gewinnen, sind gering, weil Rot auf R3 steht und damit relativ leicht wird entkommen können.

 

Wenn die drei roten Steine von W3 auf W1 stehen würden, würde ich der Gammon-Chance in dieser Situation noch nicht doppeln.

 

Korrektes Doppel, korrekter Pass.

 

 

Weiß liegt im Rennspiel etwa 26 Pips vorn und kontrolliert alle Sektoren außer R11 direkt. Möglichkeiten, mit dem nächsten Wurf R7 oder R5 zu schließen. Möglichkeiten, auf R11 zu schlagen und ein Gammon zu gewinnen.

 

Ich selbst hätte an Stelle von Rot dieses Doppel <gerade noch> angenommen, weil Weiß R1 geschlossen und damit zwei tote Steine hat.

 

 

Weiß liegt im Rennspiel etwa 27 Punkte hinten, mit Möglichkeiten, die Partie zu drehen.

 

Rot hält nur einen einzigen Punkt in seinem Innenfeld.

 

Ich nehme derartige Verdopplungen gegen Motif an, weil ich weil, dass Motif die beiden offenen Steine auf W5 und W9 schlagen wird, wenn er kann. Ein Mensch als Gegenspieler würde sich im Gegensatz dazu sehr überlegen, ob er Weiß weitere Steine schlagen soll und ihm damit die Möglichkeit für ein starkes Backgame gibt.

 

 

 

Weiß hätte mit der Verdopplung noch einen Zug warten müssen, weil er dann, wenn er jetzt eine "1" würfelt, den roten Stein auf R4 schlagen könnte und dann eine Chance bekommen würde, diese Partie Gammon zu gewinnen.

 

 

Ende der Session: 16 Punkte plus.

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